(Keine) Demokratie im Rentierstaat Syrien?

1. Einleitung Nachdem sich die Hoffnungen auf eine nachhaltige Demokratisierung im Rahmen der „dritten Welle der Demokratie“ (Huntington 1991) im Nahen und Mittleren Osten nicht erfüllt haben und das Spektrum der politischen Veränderungen eher im Bereich minimaler Liberalisierungen bis hin zu unvollständigen Demokratisierungen anzusiedeln ist, wurden verschiedene Erklärungsmuster für die ausbleibende Demokratisierung entwickelt. Viele Ansätze … Weiterlesen (Keine) Demokratie im Rentierstaat Syrien?

Vom „Staatszerfall“ zur Intervention: Die Debatte um „gescheiterte Staaten“ legitimiert westliche Machtpolitik

Eines der wichtigsten Erklärungsmuster für Konflikte im gegenwärtigen internationalen politischen System ist die „Failed States“-Theorie1, die ihren Ursprung in Debatten Anfang der 1990er Jahre hat. So wurde 1994 die „State Failure Task Force“ im Auftrag der US-Regierung (Vgl. Esty u.a. 1995) gegründet. In der „Failed States“-Debatte werden Gewalt, Unterentwicklung und fehlende Demokratie auf Defizite der … Weiterlesen Vom „Staatszerfall“ zur Intervention: Die Debatte um „gescheiterte Staaten“ legitimiert westliche Machtpolitik

Europas „Neue Kriege“ – Legitimierung von Staat und Krieg

Wir erleben immer wieder, wie Kriege als legitim, ja sogar als notwendig dargestellt werden. Die Gründe sind vielfältig – und nicht immer einfach zu durchschauen. Neben der Legitimierung von einzelnen konkreten Kriegen muss als Teil der geistigen Mobilmachung auch der Krieg als solcher denkbar gemacht werden. Es muss gesagt und geschrieben werden wofür ein Krieg … Weiterlesen Europas „Neue Kriege“ – Legitimierung von Staat und Krieg

Ibn Khaldun und das politische System Syriens – Eine Gegenüberstellung

1. Einleitung Die politikwissenschaftliche Debatte über die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens ist geprägt von Beschreibungen der Entwicklungshemmnisse und Forderungen nach „Good Governance“. „Good Governance“ bedeutet, dass staatliche Politik nach dem Leitbild des demokratischen Rechtsstaats organisiert werden muss: Gleiches Recht, Partizipationsmöglichkeit und Schaffung von Wohlfahrt für alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Geschlecht oder sozialen, ethnischen … Weiterlesen Ibn Khaldun und das politische System Syriens – Eine Gegenüberstellung

Was ging schief beim „Untergang des Morgenlandes“? Eine exemplarische Sichtung der Geschichtsdarstellung von Bernard Lewis

1. Einleitung Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Aufmerksamkeit einer breiteren westlichen Öffentlichkeit auf den Nahen und Mittleren Osten, den Islam und die Muslime gelenkt. In diesem Zusammenhang erschienen zahlreiche Publikationen, die sehr unterschiedliche Erklärungsmuster und Lösungsansätze vorgaben. Ein Teil der Autoren machten die globale Dominanz der USA und die wirtschaftliche Vormachtstellung des … Weiterlesen Was ging schief beim „Untergang des Morgenlandes“? Eine exemplarische Sichtung der Geschichtsdarstellung von Bernard Lewis

iqta als ‚islamischer Feudalismus‘?

1. Einleitung Die westliche Analyse der Geschichte der nahöstlichen Gesellschaften und Staaten ist nach wie vor geprägt von den Versuchen, mit europäischen Kategorien und Begriffen Erklärungsansätze zu finden. So wurde ausgehend von der Annahme, dass Gesellschaften sich über den Feudalismus zum Kapitalismus entwickeln würden, nach einem „islamischen Feudalismus“ gesucht. Während frühere Autoren wie Karl Marx … Weiterlesen iqta als ‚islamischer Feudalismus‘?

Buchrezension: G. Prunier: Darfur. Der „uneindeutige“ Genozid.

Die öffentliche Debatte über den „Darfur-Konflikt“ dreht sich um zwei Fragen: Findet in Darfur ein Genozid statt? Und wenn ja, wer soll (militärisch) intervenieren um den Genozid zu stoppen? Die Koppelung dieser beiden Fragen weckt bei vielen Erinnerungen an den Kosovo-Krieg 1999, der von der deutschen Regierung als „humanitäre Intervention“ zur Verhinderung eines Genozids dargestellt … Weiterlesen Buchrezension: G. Prunier: Darfur. Der „uneindeutige“ Genozid.

Buchrezension: J. Berlin / A. Klenner: Völkermord oder Umsiedlung?

Die öffentliche Debatte in Deutschland über den Genozid an den Armeniern während des 1. Weltkrieges ist nach wie vor von der Beteiligung des Deutschen Reiches und der Leugnungspolitik des türkischen Staates geprägt. Zahlreiche Publikationen untersuchen etwa die Rolle der deutschen Militärs und Politiker beim Genozid oder argumentieren gegen die Leugnung. Die Publikation „Völkermord oder Umsiedlung“ … Weiterlesen Buchrezension: J. Berlin / A. Klenner: Völkermord oder Umsiedlung?

Buchrezension: B. Greiner u.a.: Heiße Kriege im Kalten Krieg

Die zeitgenössischen Debatten über Krieg und Frieden sind vielfach von Annahmen geprägt, die nicht weiter hinterfragt werden. Eine dieser Annahmen ist die Vorstellung des „Kalten Krieges“ als eine weltweite Konfrontation zwischen zwei monolithischen Blöcken, wobei die Kriege in der „Dritten Welt“ als „Stellvertreterkriege“ definiert werden. Diese dichotomische Aufteilung bietet etwa auch einen Ausgangspunkt der „Neue … Weiterlesen Buchrezension: B. Greiner u.a.: Heiße Kriege im Kalten Krieg

Buchrezension: G. Achcar / M. Warschawski: Der 33 Tage-Krieg

Über den Libanonkrieg 2006 sind inzwischen, neben zahlreichen Artikeln und Aufsätzen, auch zwei Bücher erschienen. Zum einen die recht umfangreiche Publikation von Simon Wunder und zum anderen die etwas knappere Veröffentlichung von Gilbert Achcar und Michael Warschawski: „Der 33-Tage-Krieg“. Vorweg: Eine engagierte Kritik der US-amerikanischen und israelischen Politik zu schreiben, ist nichts Verwerfliches. Ebenso wenig … Weiterlesen Buchrezension: G. Achcar / M. Warschawski: Der 33 Tage-Krieg